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Irak, 2004. Für 24 Stunden ruhen in der Rebellenhochburg Falludscha die Waffen, für den deutschen TV-Journalisten Oliver und Kameramann Ralf die einmalige Chance auf eine Exklusiv-Story: Von Bagdad aus begleiten sie Kim, die Logistikerin einer Hilfsorganisation, und den Arzt Alain bei einem Medikamententransport in die belagerte Stadt. WAFFENSTILLSTAND ist Abenteuerfilm, Politthriller und Drama zugleich.

Ab 1. April bundesweit in den Kinos!

Unsere Filmkulisse Marokko

Drehort Marokko

Bei der Auswahl eines Drehortes für WAFFENSTILLSTAND war uns Authentizität sehr wichtig. Der Schauplatz sollte landschaftlich dem Irak nahe kommen und sich dafür eignen, mit übersichtlichem Aufwand von Krieg und Zerstörung zu erzählen. 2007 erkundeten wir in Marokko im heißesten Monat Juli passende Drehorte und wurden im Wüstenort Erfoud, der Großstadt Casablanca und dem Slum von Salé fündig.

Als wir im Oktober 2008 mit den Dreharbeiten zu WAFFENSTILLSTAND starteten, war nichts mehr von der trockenen Hitze zu spüren. Ganz im Gegenteil: heftige Wetterturbulenzen machten die Wüstenstraßen unpassierbar. Kreativität war gefragt. Spontan improvisierte das Filmteam und änderte kurzfristig die Motive. Wir waren dabei auf die Hilfe von Einheimischen angewiesen, die uns mit ihrer Gastfreundschaft und Lebensfreude unterstützten, wo sie nur konnten.

Die Landschaft und die Menschen in dem nordafrikanischen Königreich haben uns absolut begeistert. Aber sicherlich nicht nur uns. Auch zahlreichen weltbekannten Hollywood-Produktionen wie „Lawrence von Arabien“, „Gladiator“ oder „Königreich der Himmel“ diente Marokko als Filmkulisse.


WAFFENSTILLSTAND in der aktuellen Ausgabe von Blickpunkt:Film

Copyright: Blickpunkt:Film

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Lancelot von Naso über „die Busfahrt ins Ungewisse“

Im Interview mit On3-Radio spricht Regisseur Lancelot von Naso über die schwierigen Produktionsbedingungen, den besonderen Blickwinkel und die lang erwartete Deutschland-Premiere seines Spielfilm-Debüts WAFFENSTILLSTAND, das nicht nur thematisch eine „Busfahrt ins Ungewisse“ darstellte. Dieses spannende Gespräch aus Hof wollen wir Euch nicht vorenthalten:

On3 Radio-Interview mit Lancelot von Naso


Hof feiert – und wir mittendrin!

Samstag Abend. Vor dem Kino. In wenigen Minuten ist Deutschlandpremiere. Und wir treffen uns alle vor dem Kino, dem Skala mit 400 Plätzen, einem alten wunderschönen Kino. Ich bin so aufgeregt wie bei bisher keiner Vorstellung. Weil hier sind jetzt wirklich alle. Das ist DIE DEUTSCHLANDPREMIERE. Ein unheimlich toller Moment: Von unserem Team – also dem deutschen Teil – sind wirklich fast alle da!

Und auch viele Freunde haben sich auf den Weg nach Hof gemacht. Und plötzlich stehen da Marus und Bertram als Überraschung angereist, zwei meiner aller besten Freunde!

Einlass. Das Kino ist rappelvoll und Heinz Badewitz, seit 43 Jahre Festivalleiter von Hof, lässt es sich nicht nehmen, den Film persönlich anzusagen und mit mir gemeinsam die Tonlautstärke einzustellen. Freibier für die Premierenfeier hat er auch organisiert.

Das ist es, was das Festival so besonders macht, so liebevoll und familiär. Genau wie, dass all die ehrenamtlichen Helfer, Urlaub nehmen, um bei dem Festival mitzuhelfen. All die Kartenabreißer und Helfer machen das aus Liebe zum Festival und dem Film, das ist schon einzigartig. Und das weiß eigentlich keiner, habe das auch nur durch Zufall erfahren.

Und dann der Film. Man merkt sofort, wie der Film funktioniert. Schon nach wenigen Minuten ist eine unglaublich konzentrierte Atmosphäre, es ist totenstill, und das in einem bis unter das Dach – wörtlich gemeint, es gibt nämlich noch einen Balkon – vollen Kino.

Und dann ist der Film aus. Ein beeindruckender Applaus. Ich soll irgendwas sagen, aber bin froh, dass weitergeklatscht wird und ich so ein bisschen Zeit habe, mich zu sammeln und keinen zu vergessen. Ist mir dann trotzdem passiert, aber das hat mir Holger Lehmann, der die Tonmischung gemacht hat, hoffentlich nicht übelgenommen.

Und dann wird gefeiert. Zusammen mit dem Festival und allem, was laufen kann, gibt es ein Fest bis in den Morgen. Die Reaktionen sind grandios, man merkt, dass der Film für viele wirklich etwas Besonderes ist und noch eine Weile durch den Kopf schwirrt. Und man spürt auch wie begeistert unser Waffenstillstand-Team ist, nach all den Strapazen im Regen in der Wüste, haben ja die meisten heute das erste Mal den Film gesehen.

Und wir feiern natürlich nicht zuletzt unseren Preis, den Förderpreis Deutscher Film, den Waffenstillstand am Donnerstag in Hof gewonnen hat. Einer von zwei Preisen, die es zu gewinnen gab. Der dritte Preis auf dem dritten Festival – Wahnsinn!

Danke Hof. Danke Heinz Badewitz, dem einzigen Festivalleiter der Welt, der sich auch noch um Freibier für Premierenfeiern kümmert. Und all denen, die gekommen sind, um mit uns zu feiern! Und nicht zuletzt: Danke unserem unglaublichen Team, ohne das dieser Film nie möglich gewesen wäre, für die unglaubliche Leistung von jedem einzelnen – DANKE.

Um sechs falle ich ins Bett, auch wenn immer noch getanzt wird, und bin glücklich:
Nach fünf Jahren Kampf um diesen Film sind wir endlich angekommen.
Ich werde mit einem Lächeln aufwachen morgen früh.

Hof, 31. Oktober, Lancelot von Naso, Regisseur